Baby

Tragen – ja oder nein

Generell habe ich mich immer als Mutter mit einem Kinderwagen gesehen. Gerne auch mit einem Designerteil. Mit Tragehilfen oder Tragetüchern konnte ich erstmal nicht so viel anfangen. Wenn man sich aber mit Elternblogs beschäftigt und das habe ich lange bevor ich schwanger war, dann kommt man an so Themen wie Stillen, Tragen und Familienbett nicht vorbei. Nun muß ich dazu sagen, dass ich mir ein Familienbett nie vorstellen konnte und dies somit nie zur Debatte stand, während ich den anderen beiden Punkten eher offen gegenüberstehe. Allerdings hätte ich gerne (länger) gestillt, sehe es aber eben auch nicht so dogmatisch, dass ich es auf Teufel komm raus umsetzen muss. Ich bin mit dem Gedanken daran gegangen: Wenn es klappt, dann klappt es, wenn nicht, dann eben nicht. Und ich kann wunderbar damit leben, dass mein Kind seine Flaschen bekommt und wächst und gedeiht und trotzdem die ganzen wichtigen Nähr- und Imunstoffe der ersten Tage bekommen hat.

Aber zurück zum Tragen. Auch hier habe ich mir gedacht, dass es bestimmt schön ist, sein Kind so nah am Herzen zu tragen und dass ich es auf jeden Fall ausprobieren werde. Ich habe mich also in der Schwangerschaft auf die Suche nach einer Tragehilfe gemacht, die mir zusagt. Generell war nun also die Entscheidung zwischen Trage und Tuch. Hier muss ich sagen, dass ich ein Tagebuch irgendwie ansprechender finde als „feste“ Tragehilfe. Warum kann ich gar nicht sagen, aber somit kam also nur ein Tuch infrage. Nun habe ich mich bei den Tüchern umgesehen und mußte feststellen, dass der Markt riesig ist, die Tücher allerdings zu einem großen Teil immer noch einen „Öko-Touch“ haben. Für mich kam nur ein dezentes Tuch infrage, und da ich vom Tragen noch nicht gänzlich überzeugt war, sollte es auch nicht so teuer sein.

Bei Instagram wurde ich schließlich auf Fastiquekids aufmerksam. Zu dem Zeitpunkt gab es die Tücher in drei verschiedenen Ausführungen, in schwarz, grau und schwarz-weiß-gestreift. Da mir der Preis angemessen erschien, habe ich mir ein Tuch in braumeliert bestellt. Es wurde sehr schnell geliefert und bereits kurz nach der Bestellung bekam ich per Email das Ebook mit der Wickelanleitung. Die „Trockenübung“ funktionierte einwandfrei und so wartete das Tuch auf unser Fräulein.

Als das Fräulein schließlich auf der Welt war, fehlte mir irgendwie die Situation, sie in das Tagebuch zu setzen. Nach etwa 3 oder 4 Wochen hatte sie relativ viel Bauchweh und eine andere Mutter gab mir die Empfehlung es mit dem Tagebuch zu versuchen. Der erste Versuch schlug gänzlich fehl. Das Fräulein war wie am Spieß am Brüllen und wehrte sich mit Händen und Füßen gegen das Tuch und die Nähe. So hatte ich es mir nicht vorgestellt. Den nächsten Tag verbrachte ich fast komplett auf dem Sofa mit einem weinenden und schlafenden Baby auf mir. Irgendwann hatte ich genug und holte das Tragetuch wieder hervor. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich es mir umgebunden und das Fräulein dort drinnen platziert. So hatte ich wenigstens die Hände frei und konnte auch noch ein bißchen was anderes machen. Das Fräulein hat das Tuch in diesem Moment gut akzeptiert. Allerdings bin ich wirklich eine Kinderwagen-Mama. Wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, baue ich schnell den Wagen auf und sie wandert vom Maxi Cosi in die Babywanne und los geht’s. Und zum Spazierengehen finde ich den Kinderwagen auch praktischer. Bliebe also Zuhause. Aber hier ist es so, dass unser Fräulein auch gerne mal ein wenig alleine liegt bzw. lag und ich somit auch hier nicht unbedingt die Notwendigkeit sah, sie in ein Tragetuch zu packen.

Vor einigen Wochen war das Fräulein dann mal wieder etwas unruhig, hatte Bauchweh und wollte sich nicht ablegen lassen. Irgendwann kam mir dann das Tragetuch wieder in den Sinn. Ich band es mir also um, setzte die Kleine rein und wollte gerade essen… Keine Chance. Das Fräulein wollte raus. Nachdem mir eine Freundin noch einmal davon vorgeschwärmt hatte und ich es bei ihr auch gesehen hatte, habe ich es noch einmal mit einer anderen Wickeltechnik versucht, am Anfang wurde das Ganze mit Interesse betrachtet, aber nach wenigen Minuten wurde sich gewehrt und gebrüllt.

Somit kann ich für uns (leider) sagen: Tragen kommt bei uns nicht infrage. Obwohl ich die wenigen Momente wirklich genossen habe. Aber mein Baby ist anscheinend kein Trage-, sondern eine Liege- oder Schiebebaby.

Trotzdem kann ich das Tuch von fastique wirklich empfehlen. Es ist sehr angenehm zu tragen. Die Anleitung ist wirklich einfach umzusetzen, der Kontakt sehr nett und ich hätte gerne auch noch das Tuch mit den Ankern gekauft, aber das lohnt sich ja nun nicht…

Baby

3 Monate fraeuleinschroeder

Am letzten Freitag ist das Fräulein 3 Monate alt geworden. Es war eine aufregende Zeit, die ziemlich schnell vergangen ist. Inzwischen ist der holprige Start fast vergessen bzw. verarbeitet. Ich bin inzwischen zu der Einsicht gelangt, dass mir nach der Geburt der Moment fehlte, in dem ich das Fräulein einfach nur im Arm halten konnte. Sie lag kurze Zeit auf meinem Bauch, aber ich konnte sie nur vorsichtig berühren, nicht an ihr schnuppern, wie einem jeder rät, und sie auch nicht festhalten. Dann wurde sie sofort weggebracht und kam erst nach über einer Stunde wieder. Im Nachhinein weiß ich, dass mir dieser Moment mit ihr gefehlt hat und ich glaube, unser Start wäre schon etwas einfacher gewesen. Aber gut. Inzwischen haben wir uns aneinander gewöhnt und ich kann mir schon nicht mehr vorstellen, dass es sie einmal nicht gab.

Sie schläft inzwischen nachts ganz wunderbar und seit einigen Tagen auch tagsüber wieder mehr. Außerdem scheint sie sich nun auch selber auf fünf Mahlzeiten einzustellen und nicht mehr dauernd trinken zu wollen. Nur den Mittagsschlaf im Bett, den bekommen wir noch nicht hin, aber ich gebe zu, dass ich das inzwischen auch nicht mehr forciere. Ich habe mehrere Wochen lang versucht das Kind mittags in sein Bett zu legen, damit es dort schläft. Das hat dann für ca. 10-20 Minuten funktioniert. Mit Schnulle bringen und gut zureden vielleicht noch einmal 10 Minuten, aber dann war es das. Und dann lag sie etwas später hier in ihrem Laufstall – und hat geschlafen… Tja, und nun lasse ich sie hier im Laufstall oder eben auf der Krabbeldecke schlafen. Sie schläft halt einfach irgendwann ein. Und ich kann nebenher einiges erledigen.

Außerdem habe ich in den letzten Wochen festgestellt, dass alles einfacher ist, wenn man sich auf den Rhythmus des Kindes einläßt und nur in Ausnahmefällen davon abweicht. So wird das Fräulein heißt zwischen halb sieben und halb acht wach, Windel wechseln, füttern, mich fertigmachen, sie (ggf. baden und) anziehen – nach ungefähr anderthalb Stunden sind wir dann fertig, Mama frühstückt und das Fräulein spielt ein bißchen und macht ein erstes Nickerchen. Und danach ist dann wieder Fütterung angesagt. So bringen wir die Zeit bis 10.00 oder 10.30 Uhr rum und ich habe festgestellt, dass ich uns beiden keinen Gefallen damit tue, dies durcheinander zu bringen. Nur, wenn es natürlich nicht anders geht (Arzttermine…). Ich finde, wenn man das erkennt und akzeptiert, macht man sich das Leben leichter. So läuft es jedenfalls bei uns.

Bilanz nach 3 Monaten: Ich liebe dieses kleine Wesen, jeden Tag ein bißchen mehr. Aber sie kann mir auch meinen letzten Nerv rauben, wenn sie weint und ich nicht weiß, warum (und sie anscheinend manchmal auch nicht).

Was ich gerne vorher gewußt hätte: Dass es seine Zeit braucht, bis man Mama ist. Ich finde, es wird immer so dargestellt, dass das Kind zur Welt kommt und alles ist prima, man ist Mama und alles vorher ist vergessen. So war es bei mir nicht. Ich brauchte erstmal einige Tage um zu begreifen, dass das Fräulein mein Kind ist, das ich neun Monate in mir getragen habe und um zu verstehen, dass sie nun immer (wirklich IMMER) da ist.

Was ich nicht gedacht hätte: Dass sich das Leben so verändern kann und wie sehr einen das belasten kann. Schwierig zu beschreiben ist alleine die Gefühlslage, auf der einen Seite ständig gebraucht zu werden, dass einem auf der anderen Seite aber die Decke auf den Kopf fällt. Dazu dieses Gefühl nichts für sich selbst machen zu können, weil man ja in den Schlafphasen auch noch den Haushalt hat oder einem irgendwelche anderen Dinge einfallen. Der Herr mußte darunter auch schon ganz schön leiden, da er nach einem 10- bis 12-Stunden-Tag im Büro das Kind in den Arm gedrückt bekommt, wozu er auch keine große Lust hat. Einerseits verständlich, andererseits habe ich das den ganzen Tag und denke mir auch, dass er doch gerne etwas Zeit mit dem Fräulein verbringen wollen müßte. Aber auch das wird sich wohl irgendwann einspielen. Ich merke jedenfalls, dass es bei mir inzwischen besser wird.

Baby

Geburtsvorbereitung/Rückbildung

Wenn man zum ersten mal schwanger ist, gibt es ja so einiges, was man nicht weiß. Bei mir war das zum Beispiel die Sache mit der Nachsorgehebamme. Meine Frauenärztin meinte beim zweiten Termin, als also ein Herzschlag auf dem Ultraschall zu sehen war, um die 15. Woche herum solle ich mich um eine Hebamme für die Nachsorge kümmern. Nur, wie macht man das? Sucht man sich die im Telefonbuch (bzw. dem Pendant im Netz) raus und ruft da einfach an? Das ist ja für mich eh schon schwierig. Ich habe also ein wenig im Netz recherchiert und festgestellt, dass es bei uns zwei Hebammenpraxen gibt und mir die eine besonders zusagt, da sie dem Krankenhaus angeschlossen ist. Da ich mir aber trotzdem unsicher war, habe ich eine Nachbarin, die im letzten Jahr ihr zweites Kind bekommen hat, gefragt und sie hat mir ebendiese Hebammenpraxis empfohlen, meinte aber auch, ich wäre schon spät dran. Somit habe ich zunächst eine Email geschrieben und dann angerufen. Und erhielt zwei Tage später einen Anruf und einen Platz im Vorbereitungskurs ab Anfang November. Den Vorletzten…

Wie man daraus schon hört, ist hier der Geburtsvorbereitungskurs mit der Nachsorge verknüpft und auch die Rückbildungsgymnastik ist mit eingeschlossen. Das ist sehr angenehm, da man so schon eine geschlossene Gruppe bildet und sich auch weiterhin sieht. Wir sind insgesamt 12 Frauen zwischen 24 und 39, wobei der Großteil um die 30 ist. Die Geburtsvorbereitung ging über 8 Abende, bei denen jedesmal ein Thema besprochen wurde: Wehen, Geburt, Wochenbett, Stillen. Außerdem gab es einen Partnerabend, bei dem der Kreißsaal besichtigt wurde. was mir ein bißchen gefehlt hat, waren Informationen zum Umgang mit dem Neugeborenen. Es gab zwar eine Erstaustattungsliste und ein paar Ratschläge wie das Baby schlafen soll oder dass es warm angezogen werden soll, aber zum Wickeln, Baden, Anziehen etc. wurde nichts gesagt. Das fehlte mir besonders in den ersten Tagen und Wochen. Man ist da ja doch erstmal etwas unbeholfen.

Zwei Tage nach der Geburt war meine Nachsorgehebamme dann bei mir im Krankenhaus. Das war schon sehr gut. Und da wir ja noch ein par Tage läner da waren, kam sie auch am fünften Tag noch einmal. An diesem Tag hat sie mich auch sehr bestärkt darin, dass nicht alles, was im Krankenhaus gemacht wurde sinnvoll ist. Später war sie dann einige Male bei uns Zuhause, hat Gretas Entwicklung kontrolliert und uns auch geholfen, als die Umstellung auf Pre-Nahrung nicht ganz reibungslos lief.

Und seit zwei Wochen haben wir nun Rückbildungsgymnastik. Zum Einen tut es sehr gut mal wieder etwas für den Körper zu tun, zum Anderen ist es auch schön, mal wieder eine Stunde ohne Kind unterwegs zu sein (darf man sowas schreiben?). Jedenfalls haben wir ja doch einiges gemeinsam und das ist schon schön. Allerdings gibt es ja zwischen den Müttern doch Unterschiede: die Entspannten, die Übervorsichtigen und die „Mein-Kind-kann-alles“-Mütter. mann, können einem letztere auf den Geist gehen… Kaum erzählt jemand, was das Kind gemacht hat, kommt aus der anderen Ecke: „Das macht unsere XY auch!“ Und wenn dann eine andere Mutter was sagt, „Ja, genau wie bei uns!“. Das kann ich ja so gar nicht ab. Klar sagt man mal, „das kann/macht unser Kind auch“, aber es gibt doch auch Sachen, die es eben (noch) nicht macht. Na und? Jedes Kind ist anders.

Jedenfalls ist die Rückbildungsgymnastik teilweise richtig anstrengend. Ich bin mal gespannt, ob sich im Laufe des Tages noch ein Muskelkater einstellt…

 

Allgemein · Familie

Stillen oder nicht stillen?

Wie schon bereits in meinem Post über die 2 Monate mit unserem Fräulein geschrieben, hat es bei uns mit dem Stillen nicht geklappt. Natürlich könnte man auch sagen, ich hätte nicht lange genug gekämpft, aber für uns reichte es. Aber ganz von vorne…

Da die Geburt sehr rasant und auch nicht völlig ohne Komplikationen war, mußte das kleine Fräulein ziemlich schnell zu den Kinderärzten und kam auch erst nach über einer Stunde zu uns in den Kreißsaal zurück. Dann wurde sie angelegt und begann auch sofort zu saugen. Es funktionierte gut, aber leider sank durch das Trinken die Sauerstoffsättigung und somit mussten wir es leider vorzeitig beenden. Trotzdem war ich froh, dass es so reibungslos funktioniert hatte. Etwa vier Stunden später fanden wir uns auf der Neonatologie am Bett unserer Tochter wieder und mir wurde gesagt, ich könne sie anlegen, wenn ich das wolle. Gesagt, getan. Es funktionierte und war ein unglaubliches Gefühl. Danach sollte ich drei Stunden später wiederkommen um sie erneut zu stillen.

Somit machte ich mich nach einer Stunde Schlaf und an diesem aufregenden Tag auf den Weg von der Wöchnerinnenstation zur Neo. Und im Prinzip begann hier das „Elend“. Ich kam zu meinem Kind, nahm Platz und das Kind wurde mir gereicht. Nun finde ich, sollte man Mutter und Kind schon ein paar Minuten Zeit lassen sich zu finden. Nein, nachdem unser Fräulein erst einige Sekunden um die Brustwarze herumkreiste, wurde mir unsanft an die Brust gepackt und gleichzeitig der Kopf meines Kindes an selbige gedrückt. Ich fand das unmöglich, aber war viel zu perplex um irgendwas sagen zu können. Nachdem das Fräulein getrunken hatte wurde ich gefragt, ob sie denn nun noch ein Fläschchen bekommen solle. Ich fragte, ob das nötig wäre. Ja, sie solle ja nicht zu viel ab- und schnell wieder zunehmen. Da ich es nicht besser wußte, stimmte ich zu. Und habe dann auch entschieden, dass sie in der Nacht auch eine Flasche bekommen sollte und ich nicht zum Stillen rüber wandern, sondern „nur“ abpumpen würde.

in den nächsten Tagen ging es dann so weiter, dass das Fräulein um 3:00, 7:00, 11:00, 15:00, 19:00 und 23:00 Uhr jeweils gestillt wurde, danach ein Fläschchen (zunächst Babynahrung, später Muttermilch) bekam und ich danach noch abgepumpt habe. Im Krankenhaus, wo man ja auch sonst nichts zu tun hat ist das in Ordnung, aber Zuhause doch schwer umsetzbar. Jedenfalls hatte die Kleine nach 5 Tagen ihr Geburtsgewicht wieder. Und in den ersten drei Tagen ging auch die „Hilfe“ beim Stillen ähnlich vonstatten wie bereits am ersten Tag. Mir wurde sofort an die Brust gepackt und das Kind angedrückt, es gab Glucose, damit sie schneller zu saugen begann, oder Stillhütchen, weil meine Brustwarzen „zu flach“ wären. Jeder sagte etwas anderes und ich wurde immer unsicherer.

Nach acht Tagen waren wir dann Zuhause. Wieder alles neu. Immerhin hatten wir dank Hilfe eines Freundes bereits eine Milchpumpe da und noch einen Vorrat an Muttermilch aus dem Krankenhaus. Laut unserer Hebamme brauchten wir nun aber nicht mehr zufüttern, da das Fräulein alt und groß genug wäre, um eigenständig die erforderliche Menge aus der Brust zu trinken. Also stillten wir nur noch und ich reduzierte auch das Abpumpen. Über Tag war alles gut, das Fräulein kam alle 3-5 Stunden, nur gegen Abend war sie nicht zufrieden zu stellen. Sie weinte viel, wollte ständig trinken. Aber man soll doch nicht jede Stunde stillen… Irgendwann wußten wir uns nicht mehr zu helfen und haben ihr eine Flasche Babynahrung gemacht. Und siehe da: Sie schlief. Am nächsten Tag das gleiche Spiel. Wir haben 5 Stunden lang versucht, das Kind zu beruhigen und als sie eine Flasche bekam, war alles gut.

Hinzu kam, dass sich bereits im Krankenhaus meine linke Brustwarze entzündet hatte und dies trotz Creme und Kompressen nicht heilen wollte. Irgendwann mußte ich also links wieder mit Stillhütchen stillen. Zwei Tage funktionierte es gut, die Brustwarze heilte, also ließ ich das Fräulein wieder daran trinken. Leider hat sie mir dabei wieder einmal so darauf „gebissen“, dass am nächsten Tag wieder das Stillhütchen zum Einsatz kommen mußte. Dies wollte das Fräulein aber nicht akzeptieren. Also haben wir ihr wieder eine Flasche gemacht. Als unsere Hebamme das hörte kam sie sofort vorbei, hat das Fräulein gewogen und festgestellt, dass sie nicht weiter zugenommen hatte. Sie bekam also wirklich zu wenig zu essen. Wir beschlossen somit einige Mahlzeiten durch Babynahrung zu ersetzen und zu den anderen abgepumpte Muttermilch zu füttern. Schnell stellte sich aber beim Abpumpen heraus, dass ich viel zu wenig Milch hatte und diese auch noch stetig weniger wurde. Somit haben wir nach ca. 3 Wochen das Stillen bzw. die Fütterung mit Muttermilch eingestellt.

Wenn man immer liest, dass Muttermilch das Beste für das Kind ist und wie vehement das auch von manchen verteidigt wird, hat man ja wirklich ein schlechtes Gewissen, wenn es nicht funktioniert. Und vor allem, wenn man dann auch noch für sich denkt, dass man irgendwie froh ist, diesen Stress hinter sich zu lassen. Aber ich muss sagen, dass es uns damit wirklich gut geht. Das Fräulein hat in den ersten Tagen alles bekommen, was es brauchte und wächst und gedeiht nun prächtig. Und mir geht es deutlich besser, da ich mir keine Gedanken mehr machen muss, ob mein Kind satt wird und es auch ohne Schwierigkeiten mal für kurze Zeit abgeben kann.

Familie

2 Monate fraeuleinschroeder

Nachdem die Schwangerschaftshormone abgebaut und die andauernde Müdigkeit ein wenig verflogen ist, ist mir klar geworden, dass, ich frauschroeder bin unser Mäuslein ja das fraeuleinschroeder ist. Daher werde ich sie ab jetzt als Fräulein bezeichnen.

Und das Fräulein ist nun bereits 2 Monate alt. Es waren spannende, aufregende und vor allem sehr kurze 2 Monate. Ich kann es immer noch nicht wirklich glauben, dass ich nun Mama dieses kleinen süßen Wesens bin. Wie sich herausgestellt hat, hat das Fräulein in der ersten Woche Zuhause wirklich zu wenig zu essen bekommen. Bedingt durch eine Brustwarzenentzündung, die ich mir bereits im Krankenhaus geholt hatte, konnte ich auf der einen Seite nur noch mit Stillhütchen stillen. Und das fand das Fräulein nach ein paar Tagen so doof, dass sie nicht mehr aus dieser Brust trinken wollte. Ich habe dann kurzen Prozess gemacht und ihr die Flasche gegeben. Genau zu diesem Zeitpunkt rief unsere Hebamme an und als sie hörte, dass wir am Flasche füttern wären, meinte sie, sie käme direkt vorbei. Sie meinte dann das Fräulein sollte nun etwa 100-120 ml pro Mahlzeit trinken – sie kam aber per Flasche bei uns auf ca. 70 ml. Beim Wiegen zeigte sich, dass sie in den letzten 3 Tagen nicht zugenommen hatte. Wir haben sie dann noch einmal angelegt, ihr noch ein kleines Fläschchen gemacht und ich habe abgepumpt, wovon sie auch noch getrunken hat. Und in Summe kamen wir so dann auch auf die nötige Menge. Daraus ergab sich, dass wir ab diesem Zeitpunkt einige Mahlzeiten durch Pre-Nahrung ersetzten und ich zusätzlich abgepumpt habe und sie die abgepumpte Milch zu den anderen Mahlzeiten bekam. Dabei stellte sich aber sehr schnell heraus, dass meine Milchmenge rapide abnahm und somit haben wir nach ca. 3 Wochen, das Fräulein komplett auf künstliche Nahrung umgestellt.

Leider gab es dadurch zunächst noch Schwierigkeiten mit dem Bäuchlein, da sich dieses ja nun auf die andere Nahrung einstellen mußte. Somit kann ich sagen, dass der erste Monat nicht ganz einfach war. Dann sind wir gleich weiter in den ersten Wachstumsschub gerutscht. Es ist schon komisch nicht zu wissen, warum das Kind plötzlich völlig anders und neben der Spur ist, um dann am nächsten oder übernächsten Tag festzustellen, dass es anders reagiert.

Irgendwie liefen die Tage dann weiter. Der Papa mußte wieder arbeiten und wir uns erst einmal eingrooven. Besonders die Nächte machten mir noch arg zu schaffen. Das Fräulein hat sich nach ca. 4 Wochen gegen acht Uhr abends (auch mal um sieben oder halb neun) ins Bett legen lassen, wurde dann aber zwischen elf und zwölf wach um zu trinken. Und dann das nächste mal zwischen zwei und drei. Das waren sehr harte Tage, aber zum Glück gingen sie vorbei und irgendwann kam sie gegen eins bis zwei und dann wieder gegen 5/6 Uhr. Und seit letzter Woche schläft sie wirklich durch: von acht bis mindestens fünf. Zweimal mußte ich mit dem Schnuller nachhelfen, aber auch das hat funktioniert. Und damit sind meine Tage auch deutlich besser. Allerdings ist sie dadurch natürlich auch tagsüber deutlich länger wach, möchte beschäftigt werden oder trinken. Ich merke deutlich, dass sie sich die fehlende Mahlzeit vormittags und am späten Nachmittag nach- bzw. vorholt. Aber so lange sie so gut schläft ist das natürlich vollkommen in Ordnung.

Inzwischen hatte sie auch schon den nächsten Wachstumsschub und lächelt und lacht ziemlich viel. Insgesamt habe ich das Gefühl inzwischen deutlich mehr mit ihr anfangen zu können. Und irgendwann schaffe ich auch wieder meinen Haushalt…

Familie

8. Monat

Entwicklung des Babys: es wiegt nun etwa 1.800 g. 
Entwicklung bei Mama: in vier Wochen +1,6 kg. Die Symphyse schmerzt weiterhin
In der 30. Woche beginnt der Geburtsvorbereitungskurs. Wir sind 12 Frauen zwischen 24 und 39 Jahren. Die Geburtstermine liegen zwischen Ende Dezember und Ende Januar. Zufällig ist ein Großteil im medizinischen Bereich tätig. Es werden verschiedene Themen, wie z.B. die Geburt, das Stillen und das Wochenbett besprochen und noch Entspannungsübungen durchgeführt. Irgendwie hatte ich erwartet, dass auch mehr auf die Babypflege etc. eingegangen wird, aber das wurde nur ganz peripher angesprochen. 
Zu Beginn des Kurses wurden die Mutterpässe kontrolliert und fast alle Kinder waren noch in einer Beckenendlage. So auch unsere Kleine. Aber sie hätten ja auch noch Zeit, meint die Hebamme. Am Freitag nach dem ersten Kurs fühlt sich mein Bauch plötzlich irgendwie seltsam an. Die Tritte sind nun nicht mehr in der Leistengegend zu spüren, sondern an der Seite. Am Samstag sieht man dann sogar, dass das Baby quer in meinem Bauch liegt. Anscheinend hat es sich nun also doch in die Schädellage gedreht, denn beim nächsten Ultraschall befindet es sich in dieser. Allerdings liegt sowohl das Kind als auch die Gebärmutter ziemlich weit oben, der Fundusstand ist immer noch direkt unter dem Rippenbogen.

Familie

7. Monat

Entwicklung des Babys: es wiegt nun etwa 1.200 g. Auch die dritte Ultraschalluntersuchung ist unauffällig. Aber das Baby ist immer noch verhältnismäßig klein.

Entwicklung bei Mama: in vier Wochen +4,4 kg. Schockierend! Die Gebärmutter sitzt relativ hoch, schon knapp unter dem Rippenbogen.

Der siebte Monat war eigentlich recht unspektakulär. Ich habe mich inzwischen gut an die Schwangerschaft und die veränderten Gegebenheiten gewöhnt. Der Bauch wächst und das Gewicht steigt rasant. Entgegen den Lehrbüchern ist meine Gebärmutter bereits relativ hoch, aber dafür nicht besonders weit nach vorne gewölbt. Das soll auch noch relativ lange so bleiben. Leider bemerke ich Anfang Oktober eine Veränderung, die mich noch sehr lange begleiten soll: ich habe beim Umdrehen im Liegen einen stechenden Schmerz am Schambein, den ich erst einmal nicht einzuordnen weiß. Es stellt sich als Symphysenlockerung heraus. Die hindert mich daran, weiter Zumba zu machen, da ich mich teilweise kaum noch bewegen kann – obwohl es durch Bewegung besser wird. Aber nachdem ich gesessen habe, dauert es erst immer wieder, bis ich vernünftig laufen kann. Sitzen und stehen sind auch zwei „Tätigkeiten“, die nicht förderlich sind, aber was soll ich im Büro schon anderes machen??? Gut, da muss ich dann wohl durch.

Familie

6. Monat

Entwicklung des Babys: es wiegt nun etwa 600 g

Entwicklung bei Mama: in vier Wochen +2,5 kg. Nun startet die Gewichtszunahme. Außerdem wird nun der Bauch auch unübersehbar.

Zu Beginn des sechsten Monats ist der Bauch immer noch nicht direkt als Babybauch zu erkennen. Somit wissen auch immer noch nur wenige Kollegen offiziell bescheid. Allerdings überraschen mich zwei mit der Aussage „ja, das weiß ich schon lange. Sowas sieht man doch.“ Und damit meinten sie eben nicht den wachsenden Bauch…

Mitte des Monats war ich mit meiner Mutter für vier Tage in Berlin. Ich mag Städtereisen, mein Mann überhaupt nicht. Und da ich mir gerne die Ausstellung „El sigle de oro“ in der Gemäldegalerie ansehen wollte, habe ich meine Eltern gefragt, ob sie mitfahren wollten. Mein Vater meinte dann aber, meine Mutter und ich sollten lieber alleine fahren. So haben wir einen Mutter-Tochter-Trip daraus gemacht. Wir sind an einem Montag morgen mit dem Zug aufgebrochen und waren am Mittag in Berlin. Nachdem Check-In im Hotel haben wir uns noch ein wenig in der Stadt umgesehen. Da wir, obwohl es bereits September war, wahnsinnig gutes Wetter hatten, haben wir versucht auch dieses noch zu genießen und außerdem ein wenig Rücksicht auf den kleinen Mitreisenden zu nehmen. Am Dienstag waren wir dann in der Ausstellung und haben nachmittags das KaDeWe unsicher gemacht, aber nichts gekauft… Am Mittwoch waren wir noch im Schloss Charlottenburg und an einigen „Standardsehenswürdigkeiten“ wie den Brandenburger Tor, Reichstag, Unter den Linden usw. Und am Donnerstag mittag ging es dann wieder nach Hause. Mein Bauch hat sich in den vier Tagen allerdings ziemlich entwickelt. Als wir losgefahren sind hatte ich noch normale Klamotten an, die den Bauch gut umspielten. Auf der Rückfahrt war das Schwangerschaftsshirt dann bereits gut ausgefüllt. Und auch der werdende Vater und der werdenden Opa meinten einen starken Unterschied zu sehen.

Und nun wuchs der Bauch in einem rasanten Tempo. Man konnte alle paar Tage einen Zuwachs sehen.

Beim Arzt stand dann noch der Glukosetest an. Diesen haben wir mit Bravour bestanden, obwohl ich mir im Vorfeld einige Gedanken gemacht hatte. Es gibt ja so ein paar Faktoren, die eine Schwangerschaftsdiabetes begünstigen, und da mein Bonuskind Diabetiker ist, weiß ich, was es da „zu beachten“ gibt und das wollte ich möglichst nicht. Aber es war alles gut. Und dass, obwohl meine Hauptnahrung in der Schwangerschaft gefühlt aus Schokolade bestand…

Familie

14 Tage Mäuslein 

Nun ist unser Mäuslein bereits 14 Tage alt. Einen Geburtsbericht werde ich noch verfassen. Aber in diesen 14 Tagen haben wir einiges erlebt, obwohl sie gefühlt wahnsinnig schnell vergangen sind. Zunächst war das Mäuslein nach der Geburt auf der Neonatologie, da sie kurzzeitig beatmet werden musste und dann noch weiter überwacht werden sollte. Somit konnten wir nicht sofort Zeit mit ihr verbringen bzw. war das sehr einschränkt. Am Sonntag hieß es dann, sie hätte erhöhte Entzündungswerte und bräuchte daher Antibiotika. Somit war auch klar, dass sie bzw. wir noch ein paar Tag bleiben müssten. Leider war die Informationspolitik in dieser Beziehung sehr schlecht und uns konnte keiner genau sagen, wie lange es dauern würde. Nur dass sie das Antibiotikum sieben Tage brauchen würde.

Nach drei Tagen wurde das Mäuslein dann auf die Kleinkinderstation verlegt und ich konnte als „Begleitmutti“ dort bleiben. Somit waren wir immerhin zusammen, aber das Mäuslein war noch an einen Monitor angeschlossen und kuscheln war durch die Kabel nur bedingt möglich.

Dazu kam, dass sich auf unserem Zimmer noch eine junge Mutter befand, deren Sohn auf der Neonatologie betreut wurde, da er schwere Entzugserscheinungen hatte und sie nicht in der Lage war, sich um ihn zu kümmern. Außerdem hatte sie auch nicht viel von Rücksichtnahme o.ä. gehört. Nach drei Tagen, die auch noch in die Baby-Blues-Zeit fielen, habe ich mich beschwert und hatte dann das Zimmer für eine Nacht für mich alleine und nachher noch eine Nacht mit einer Mutter und Kind, mit der ich mir bereits das Zimmer auf der Wöchnerinnenstation geteilt hatte. Das war dann ganz nett.
Und am letzten Sonntag durften wir dann endlich nach Hause. Und natürlich war für das Mäuslein alles neu und ist es auch heute noch. Das merkt man immer mal wieder. Tagsüber ist sie ein wirklich pflegeleichtes Kind, das viel schläft, sich auch ruhig ablegen läßt, seine Umgebung betrachtet usw. Aber abends bzw. nachts wird es anders. Wir haben am ersten Abend versucht sie gegen acht, nachdem sie gefüttert war, in ihr Bett zu legen, aber das wollte sie nicht. Somit blieb sie noch einige Zeit bei uns und mein Mann hat sich nachher mit ihr in ihr Zimmer gesetzt und um zwölf ist sie dann endlich eingeschlafen. Am zweiten Abend lief es besser, dafür war sie in der Nacht aktiv. Und so ging es weiter bis zum Höhepunkt gestern. Sie war um fünf wach, ich habe gestillt und sie war irgendwann satt. Alles gut soweit. Nach einiger Zeit wollte sie wieder trinken, also habe ich sie wieder angelegt, bis sie eingenickt ist. Und das hätte ich wohl ewig so fortsetzen können. Wir haben dann zwischendurch noch abgepumpte Muttermilch und verdünnte Pre-Milch gefüttert. Ich weiß nicht, wieviel das Kind getrunken hat und wieviel geschrien, bis es um zehn Uhr endlich schlief. 

In der Nacht ging es dann weiter. Um halb zwei war sie wieder wach, ich habe eine Brust gefüttert, sie ist eingeschlafen und ich habe sie hingelegt. Hat aber nicht lange gedauert. Nach kurzer Zeit habe ich dann die andrer Seite auch noch gefüttert. Dann war das Mäuslein hellwach und ich bereits wieder anderthalb Stunden auf. Wir haben sie dann zu uns geholt und dort hat sie dann auch bis halb acht geschlafen. Und danach wollte sie wieder dauernd trinken. Ich habe also das Gefühl, sie wird im Moment nicht richtig satt. Ich hoffe, das gibt sich bald und wir haben etwas ruhigere Abende und Nächte.

Familie

5. Monat

Entwicklung des Babys: beim zweiten Ultraschall ist alles unauffällig und unser Baby ca. 300 g schwer. 

Entwicklung bei Mama: Der Bauch wächst langsam. Wer es weiß sieht es. Zum Monatsende 6 kg Zunahme.

Der 5. Monat hielt noch einige Festivitäten für uns bereit. Wir waren bei unserem Schützenfest auf dem Thron und hatten somit einige Tage volles Programm. Da der Bauch in dieser Zeit doch einigermaßen sichtbar wurde, war mein größtes Problem, ob mir die extra angefertigten Kleider noch passen würden. Eine Woche vorher habe ich die Kleider probiert. Es waren jeweils Zweiteiler und zum Glück so großzügig geschnitten, dass das Bäuchlein gut verpackt und auch versteckt wurde. Ich wurde mehrfach angesprochen, dass man ja nichts sehen würde. Generell haben wir die Tage gut überstanden, aber ich war auch froh, als ich am dritten Tag „normale“ Kleidung tragen konnte. In meinem Fall hieß das meine erste Umstandsjeans. Ja, ich habe doch wirklich eine passende Jeans bei Vertbaudet gefunden. Allerdings war sie etwas zu lang, obwohl sie für unter 1,65 m Körpergröße sein sollte. Aber gut, das kenne ich ja. Jedenfalls hat sie mich in den Tagen erreicht und begleitet mich seitdem. 

Eine Woche später hatte ich dann meinen 35. Geburtstag. Da das vorherige Wochenende aber so anstrengend war, haben wir es ruhig angehen lassen und nur im engsten Familienkreis gefeiert. 

Seit dem 5. Monat wissen wir auch relativ sicher, was wir bekommen werden. Und somit habe ich auch die ersten vier Teile für unser Baby bestellt. Und die Bewegungen wurden auch immer stärker, aber der Papa konnte sie noch nicht spüren. Irgendwie war es zu diesem Zeitpunkt immer noch sehr surreal.