Baby

Geburt des fraeuleinschroeder

An einem frühen Samstag morgen im Januar, wir waren bei ET+2, wurde ich durch ein starkes Ziehen im Becken geweckt. Es war ein seltsames Gefühl, anders als die Schmerzen, die ich sonst beim Umdrehen im Bett hatte, was mich zum Nachdenken brachte. Aber irgendwann schlief ich wieder ein. Etwas später weckte mich ein starkes Ziehen im Rücken. Im Nachhinein weiß ich, dass ich es vorher bereits zweimal gespürt, aber nicht so direkt wahrgenommen habe. Zunächst fragte ich mich, woher nun diese Rückenschmerzen kamen und warum sie immer stärker wurden, dann nahmen die Schmerzen langsam wieder ab und ich erinnerte mich an den Geburtsvorbereitungskurs und die dort beschriebene Wellenform der Wehen. Blick auf die Uhr 4:45 Uhr.

Um 4:57 Uhr kam die nächste Wehe angerollt. Ich überlegte, was zu tun wäre und bin zunächst einmal zur Toilette. Sollte ich den Mann wecken? Der Wecker würde sowieso um halb sieben klingeln und bis dahin wäre dann vielleicht gerade eine Stunde mit Wehen im 10-Minuten-Takt rum. Also habe ich weiter meine Wehen im Bett veratmet, in den Pausen ein wenig Ruhe gesucht und auf das Klingeln des Weckers gewartet.

Beim Aufwachen habe ich dem Mann gesagt, dass sich das Fräulein anscheinend auf den Weg machen wollte. Mein Mann hatte noch einen Kurs, der bereits am Freitag Nachmittag angefangen war und am Samstag beendet werden sollte. Nun überlegten wir also, ob er noch zu seinem Kurs fahren sollte oder nicht. Da er das gerne wollte und ich davon ausgegangen bin, bis zum Nachmittag würde sich was die Geburt angeht nicht all zuviel tun, bin ich erstmal duschen gegangen und wir haben gefrühstückt. Der Mann ist dann zu acht Uhr los und ich habe es mir mit den „Gilmore Girls“ auf dem Sofa bequem gemacht und weiterhin die Wehen veratmet, die nun schon in Abständen zwischen 8 und 5 Minuten kamen. Um zehn vor zehn habe ich es dann nicht mehr ausgehalten und meinen Mann angerufen, damit er nach Hause kommt. Natürlich ging er nicht ans Telefon. Also habe ich eine WhatsApp geschickt, die ebenfalls nicht gelesen wurde und dann noch 2mal versucht anzurufen. Dann ging er endlich ran und kam auch sofort heim. Schnell wurden die Taschen ins Auto geladen und wir machten uns auf den Weg ins Krankenhaus.

Ich konnte kaum im Auto sitzen und die Wehen kamen alle drei Minuten. Gegen halb elf waren wir am Krankenhaus und etwa 10:45 Uhr im Kreißsaal. Hier wurde ich ans CTG angeschlossen und untersucht. Der Muttermund war bereits bei 4 cm. Gegen die Schmerzen bekam ich einen Buscopantropf, von dem ich allerdings nichts gemerkt habe.

Ein Ultraschall sollte Auskunft über die Größe und vor allem das Gewicht des Fräuleins geben. Es wurden 3.200 g prognostiziert. Nach dem Ultraschall haben wir noch den Kreißsaal gewechselt und die Hebamme fragte mich, wie ich weiter vorgehen wolle. Ich fühlte mich zu diesem Zeitpunkt wirklich überfordert, ich wollte nur das diese Schmerzen aufhören, zu allem anderen hatte ich keine wirkliche Meinung. Daher bot mir die Hebamme verschiedene Möglichkeiten, u.a. die Wanne an. Ich entschloss mich, es zu probieren und das warme Wasser wirkte hervorragend auf meine „Rückenschmerzen“. Ich konnte mich entspannen und es war wirklich angenehm. Ich hatte drei Wehen, die sich wirklich gut anfühlten, ehe sich der Druck verlagerte in den Bereich des Steißbeins und ich das Gefühl bekam mitdrücken zu müssen. Die Hebamme war gerade nicht im Raum und so versuchte ich den Drang zu unterdrücken, es konnte ja noch nicht so weit sein. 

Nach drei weiteren Wehen, in denen ich nicht Drücken wollte, habe ich der Hebamme die veränderte Situation mitgeteilt und sie hat mich wieder untersucht – 9 cm. Innerhalb einer guten halben Stunde. Nach einer weiteren Wehe war der Muttermund komplett geöffnet und ich sollte mitpressen. So verbrachten wir noch einige Wehen in der Wanne, ehe ich diese verlassen sollte. Schließlich lag ich auf dem Kreißbett und habe in verschiedenen Lagen gepresst bis zum Schluss die Ärztin zweimal den Kristellergriff angewendet hat und das Fräulein ziemlich schnell in die Welt glitt. Wie sich dann herausstellte hatte sie die Nabelschnur um den Hals gewickelt und die Hand während der Geburt am Kopf. Die rasante Geburt und die Nabelschnur haben dafür gesorgt, dass die Werte des Fräuleins direkt nach der Geburt nicht gut waren. Sie war sehr kalt, hatte eine geringe Sauerstoffsättigung und der pH der Nabelschnuraterie war auch bescheiden. Somit wurde das Fräulein, nachdem der Papa die Nabelschnur durchschnitten hatte, erst einmal zu den Kinderärzten zur Untersuchung gebracht.

Nach über einer Stunde, in der wir nichts über unser Kind erfahren haben, wurde sie uns endlich gebracht und ich konnte sie anlegen, was auch gut klappte. Allerdings ging dadurch sie Sauerstoffsättigung wieder herunter, so dass sie erstmal wieder auf die Neonatologie gebracht wurde. Zunächst sollte sie nur die eine Nacht bleiben, dann noch einen Tag, dann wurden erhöhte Entzündungswerte festgestellt und sie brauchte Antibiotika. Somit waren wir insgesamt 8 Tage im Krankenhaus. 

Alles in allem war es eine rasante Geburt. Ob es nun an der Akupunktur lag, die die Geburt um bis zu zwei Stunden verkürzen sollte, oder ob das Mäuslein es einfach nur ziemlich eilig hatte – wer weiß. 

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Baby · Familie

10. Monat

Nun geht es also auf die Zielgerade.

Entwicklung des Babys: Unser Baby wächst weiter, allerdings bekommen wir keine Infos mehr über die mögliche Größe bzw. das Gewicht. Der Bauch liegt auch am ET immer noch sehr hoch und die Gebärmutter direkt unter den Rippen.

Entwicklung bei Mama: Das Gewicht legt noch einmal 2 kg zu. Insgesamt sind es nun etwa 18 kg. Ich habe leichte Wassereinlagerungen an den Füßen und Beinen. Der Bauch sinkt nicht, somit merke ich auch nichts davon, dass das Atmen wieder leichter fällt oder das Sodbrennen nachlässt.

Zur Vorbereitung der Geburt beginnen wir drei Wochen vor ET mit Akupunktur. Diese wird von den Hebammen des Geburtsvorbereitungskurses und teilweise auch des Kreißsaals angeboten. Sie soll die Geburt um bis zu zwei Stunden verkürzen und ist gut zu ertragen. Nebenwirkungen könnte leichte Kontraktionen in den 24 Stunden nach der Sitzung sein. Davon habe ich erst nach der letzten Sitzung etwas gemerkt, aber auch nicht sehr stark. Weiterhin soll es auch gegen Wassereinlagerungen helfen.

Kurz vor Weihnachten nehme ich noch an einem Erste-Hilfe-Kurs in der Firma teil. Nach Plan hätte ich ihn im November machen müssen und wenn man schon die Möglichkeit hat, dachte ich, ich nehme sie wahr. Allerdings ist es nicht so ganz einfach mit einem 37-Wochen-Bauch auf dem Boden rumzukriechen und die Herzdruckmassage ist auch verdammt anstrengend. Aber gut, ich habe es überstanden und die Kursleiterin war sehr überrascht, dass ich bereits so weit bin und das noch auf mich nehme.

Zwei Tage später ist Weihnachtsfeier in der Firma. Nett und lustig wie immer, aber auch hier merke ich natürlich, dass ich schwanger bin und das Sitzen auf Bierzeltgarnituren macht sich in meinem Rücken bemerkbar. In der Nacht bekomme ich noch eine schlechte Nachricht, die mich in den nächsten Tagen und leider auch noch einige Monate beschäftigen soll. 

Dann also unser letztes Weihnachten zu zweit ohne das Baby. Irgendwie ist es komisch zu wissen, dass da im nächsten Jahr ein kleines Menschlein dabei sein wird. Das macht alles noch einmal ganz anders. Ähnlich sieht es auch mit Silvester aus. Das nächste Jahr wird verdammt spannend…

Der Start ins neue Jahr ist dann nicht ganz so toll, da es den Verdacht gibt, dass ich ein Präeklampsie entwickelt habe. Beim ersten Kontrolltermin im neuen Jahr ist mein Blutdruck erhöht und es finden sich Proteine im Urin, so dass ich nach zwei Tagen noch einmal zur Kontrolle erscheinen soll. Leider sind die Werte an diesem Tag nicht besser, bzw. noch schlechter. Meine Ärztin leitet mich also für den Nachmittag an den Kreißsaal weiter, die den Blutdruck noch einmal überprüfen sollen und gegebenenfalls einleiten. Ich möchte nicht, dass unser Baby an diesem Wochenende kommt. Ich bin noch nicht bereit dafür und vor allem möchte ich keine Einleitung. Aber es liegt ja nicht in meiner Hand. Am Nachmittag ist der Blutdruck im Normbereich und es sind auch keine Proteine im Urin zu finden. Laut Ärztin im Krankenhaus soll ich mich zum ET bei meiner Ärztin melden, diese hatte mir allerdings gesagt, ich solle mich noch einmal nach dem Wochenende melden, sofern nicht eingeleitet wurde. Nach einem Nachmittag im Kreißsaal machen wir uns also auf den Weg nach Hause und verbringen ansonsten ein ruhiges Wochenende. 

Am ET ist alles weiterhin ruhig und wir warten bis es los geht…

Baby · Familie

9. Monat

Oh oh, da bin ich doch noch 2 Schwangerschaftsmonate und natürlich den Geburtsbericht schuldig…

Was war also im 9. Monat los?

Entwicklung des Babys: Unser Baby legt ordentlich an Gewicht zu: von 1.800 zu Beginn des Monats auf 2.800 g zum Ende. So wird es jedenfalls anhand des Ultraschalls geschätzt. Ansonsten entwickelt es sich ganz prima.

Entwicklung bei Mama: Tja, irgendwie habe ich noch einmal exponantiell zugenommen: in vier Wochen nochmal knappe 4 kg.

Ansonsten habe ich mit Beginn des 9. Monats noch gut 2 Wochen Urlaub, bevor der Mutterschutz startet. Eigentlich will ich den Urlaub nutzen, um alles für das Baby vorzubereiten und das Haus noch einmal auf Hochglanz zu bringen. Ich beginne auch mit einer Grundreinigung des Badezimmers. Leider merke ich am Abend, dass ich mich doch ein wenig übernommen habe. Das ist wirklich neu für mich. Bisher hatte ich zwar Schwierigkeiten mit der Symphyse, aber ansonsten gab es keine Probleme. Nach einem ruhigeren Tag geht es wieder und ich mache mich auch noch an die Küche. Die Neugestaltung des Büros muss allerdings bis nach der Geburt warten.

Nach meinem Urlaub arbeite ich noch zwei Tage lang meine Nachfolgerin ein. Das ist natürlich nicht optimal, aber besser als nichts. Eigentlich wäre ich zu diesem Zeitpunkt bereits im Mutterschutz, aber anders war es leider nicht möglich und für meinen Arbeitgeber kann man so etwas auch mal machen…

Ansonsten geht es weiter mit den Vorbereitungen im Kinderzimmer. So langsam bauen wir die Möbel auf, da wir geplant haben sechs Wochen vor ET das Zimmer soweit fertig zu haben, dass das Baby kommen kann. Außerdem versuche ich herauszufinden, was wir noch brauchen und kaufe peu à peu was noch fehlt.

Baby

Geburtsvorbereitung/Rückbildung

Wenn man zum ersten mal schwanger ist, gibt es ja so einiges, was man nicht weiß. Bei mir war das zum Beispiel die Sache mit der Nachsorgehebamme. Meine Frauenärztin meinte beim zweiten Termin, als also ein Herzschlag auf dem Ultraschall zu sehen war, um die 15. Woche herum solle ich mich um eine Hebamme für die Nachsorge kümmern. Nur, wie macht man das? Sucht man sich die im Telefonbuch (bzw. dem Pendant im Netz) raus und ruft da einfach an? Das ist ja für mich eh schon schwierig. Ich habe also ein wenig im Netz recherchiert und festgestellt, dass es bei uns zwei Hebammenpraxen gibt und mir die eine besonders zusagt, da sie dem Krankenhaus angeschlossen ist. Da ich mir aber trotzdem unsicher war, habe ich eine Nachbarin, die im letzten Jahr ihr zweites Kind bekommen hat, gefragt und sie hat mir ebendiese Hebammenpraxis empfohlen, meinte aber auch, ich wäre schon spät dran. Somit habe ich zunächst eine Email geschrieben und dann angerufen. Und erhielt zwei Tage später einen Anruf und einen Platz im Vorbereitungskurs ab Anfang November. Den Vorletzten…

Wie man daraus schon hört, ist hier der Geburtsvorbereitungskurs mit der Nachsorge verknüpft und auch die Rückbildungsgymnastik ist mit eingeschlossen. Das ist sehr angenehm, da man so schon eine geschlossene Gruppe bildet und sich auch weiterhin sieht. Wir sind insgesamt 12 Frauen zwischen 24 und 39, wobei der Großteil um die 30 ist. Die Geburtsvorbereitung ging über 8 Abende, bei denen jedesmal ein Thema besprochen wurde: Wehen, Geburt, Wochenbett, Stillen. Außerdem gab es einen Partnerabend, bei dem der Kreißsaal besichtigt wurde. was mir ein bißchen gefehlt hat, waren Informationen zum Umgang mit dem Neugeborenen. Es gab zwar eine Erstaustattungsliste und ein paar Ratschläge wie das Baby schlafen soll oder dass es warm angezogen werden soll, aber zum Wickeln, Baden, Anziehen etc. wurde nichts gesagt. Das fehlte mir besonders in den ersten Tagen und Wochen. Man ist da ja doch erstmal etwas unbeholfen.

Zwei Tage nach der Geburt war meine Nachsorgehebamme dann bei mir im Krankenhaus. Das war schon sehr gut. Und da wir ja noch ein par Tage läner da waren, kam sie auch am fünften Tag noch einmal. An diesem Tag hat sie mich auch sehr bestärkt darin, dass nicht alles, was im Krankenhaus gemacht wurde sinnvoll ist. Später war sie dann einige Male bei uns Zuhause, hat Gretas Entwicklung kontrolliert und uns auch geholfen, als die Umstellung auf Pre-Nahrung nicht ganz reibungslos lief.

Und seit zwei Wochen haben wir nun Rückbildungsgymnastik. Zum Einen tut es sehr gut mal wieder etwas für den Körper zu tun, zum Anderen ist es auch schön, mal wieder eine Stunde ohne Kind unterwegs zu sein (darf man sowas schreiben?). Jedenfalls haben wir ja doch einiges gemeinsam und das ist schon schön. Allerdings gibt es ja zwischen den Müttern doch Unterschiede: die Entspannten, die Übervorsichtigen und die „Mein-Kind-kann-alles“-Mütter. mann, können einem letztere auf den Geist gehen… Kaum erzählt jemand, was das Kind gemacht hat, kommt aus der anderen Ecke: „Das macht unsere XY auch!“ Und wenn dann eine andere Mutter was sagt, „Ja, genau wie bei uns!“. Das kann ich ja so gar nicht ab. Klar sagt man mal, „das kann/macht unser Kind auch“, aber es gibt doch auch Sachen, die es eben (noch) nicht macht. Na und? Jedes Kind ist anders.

Jedenfalls ist die Rückbildungsgymnastik teilweise richtig anstrengend. Ich bin mal gespannt, ob sich im Laufe des Tages noch ein Muskelkater einstellt…

 

Allgemein · Familie

Stillen oder nicht stillen?

Wie schon bereits in meinem Post über die 2 Monate mit unserem Fräulein geschrieben, hat es bei uns mit dem Stillen nicht geklappt. Natürlich könnte man auch sagen, ich hätte nicht lange genug gekämpft, aber für uns reichte es. Aber ganz von vorne…

Da die Geburt sehr rasant und auch nicht völlig ohne Komplikationen war, mußte das kleine Fräulein ziemlich schnell zu den Kinderärzten und kam auch erst nach über einer Stunde zu uns in den Kreißsaal zurück. Dann wurde sie angelegt und begann auch sofort zu saugen. Es funktionierte gut, aber leider sank durch das Trinken die Sauerstoffsättigung und somit mussten wir es leider vorzeitig beenden. Trotzdem war ich froh, dass es so reibungslos funktioniert hatte. Etwa vier Stunden später fanden wir uns auf der Neonatologie am Bett unserer Tochter wieder und mir wurde gesagt, ich könne sie anlegen, wenn ich das wolle. Gesagt, getan. Es funktionierte und war ein unglaubliches Gefühl. Danach sollte ich drei Stunden später wiederkommen um sie erneut zu stillen.

Somit machte ich mich nach einer Stunde Schlaf und an diesem aufregenden Tag auf den Weg von der Wöchnerinnenstation zur Neo. Und im Prinzip begann hier das „Elend“. Ich kam zu meinem Kind, nahm Platz und das Kind wurde mir gereicht. Nun finde ich, sollte man Mutter und Kind schon ein paar Minuten Zeit lassen sich zu finden. Nein, nachdem unser Fräulein erst einige Sekunden um die Brustwarze herumkreiste, wurde mir unsanft an die Brust gepackt und gleichzeitig der Kopf meines Kindes an selbige gedrückt. Ich fand das unmöglich, aber war viel zu perplex um irgendwas sagen zu können. Nachdem das Fräulein getrunken hatte wurde ich gefragt, ob sie denn nun noch ein Fläschchen bekommen solle. Ich fragte, ob das nötig wäre. Ja, sie solle ja nicht zu viel ab- und schnell wieder zunehmen. Da ich es nicht besser wußte, stimmte ich zu. Und habe dann auch entschieden, dass sie in der Nacht auch eine Flasche bekommen sollte und ich nicht zum Stillen rüber wandern, sondern „nur“ abpumpen würde.

in den nächsten Tagen ging es dann so weiter, dass das Fräulein um 3:00, 7:00, 11:00, 15:00, 19:00 und 23:00 Uhr jeweils gestillt wurde, danach ein Fläschchen (zunächst Babynahrung, später Muttermilch) bekam und ich danach noch abgepumpt habe. Im Krankenhaus, wo man ja auch sonst nichts zu tun hat ist das in Ordnung, aber Zuhause doch schwer umsetzbar. Jedenfalls hatte die Kleine nach 5 Tagen ihr Geburtsgewicht wieder. Und in den ersten drei Tagen ging auch die „Hilfe“ beim Stillen ähnlich vonstatten wie bereits am ersten Tag. Mir wurde sofort an die Brust gepackt und das Kind angedrückt, es gab Glucose, damit sie schneller zu saugen begann, oder Stillhütchen, weil meine Brustwarzen „zu flach“ wären. Jeder sagte etwas anderes und ich wurde immer unsicherer.

Nach acht Tagen waren wir dann Zuhause. Wieder alles neu. Immerhin hatten wir dank Hilfe eines Freundes bereits eine Milchpumpe da und noch einen Vorrat an Muttermilch aus dem Krankenhaus. Laut unserer Hebamme brauchten wir nun aber nicht mehr zufüttern, da das Fräulein alt und groß genug wäre, um eigenständig die erforderliche Menge aus der Brust zu trinken. Also stillten wir nur noch und ich reduzierte auch das Abpumpen. Über Tag war alles gut, das Fräulein kam alle 3-5 Stunden, nur gegen Abend war sie nicht zufrieden zu stellen. Sie weinte viel, wollte ständig trinken. Aber man soll doch nicht jede Stunde stillen… Irgendwann wußten wir uns nicht mehr zu helfen und haben ihr eine Flasche Babynahrung gemacht. Und siehe da: Sie schlief. Am nächsten Tag das gleiche Spiel. Wir haben 5 Stunden lang versucht, das Kind zu beruhigen und als sie eine Flasche bekam, war alles gut.

Hinzu kam, dass sich bereits im Krankenhaus meine linke Brustwarze entzündet hatte und dies trotz Creme und Kompressen nicht heilen wollte. Irgendwann mußte ich also links wieder mit Stillhütchen stillen. Zwei Tage funktionierte es gut, die Brustwarze heilte, also ließ ich das Fräulein wieder daran trinken. Leider hat sie mir dabei wieder einmal so darauf „gebissen“, dass am nächsten Tag wieder das Stillhütchen zum Einsatz kommen mußte. Dies wollte das Fräulein aber nicht akzeptieren. Also haben wir ihr wieder eine Flasche gemacht. Als unsere Hebamme das hörte kam sie sofort vorbei, hat das Fräulein gewogen und festgestellt, dass sie nicht weiter zugenommen hatte. Sie bekam also wirklich zu wenig zu essen. Wir beschlossen somit einige Mahlzeiten durch Babynahrung zu ersetzen und zu den anderen abgepumpte Muttermilch zu füttern. Schnell stellte sich aber beim Abpumpen heraus, dass ich viel zu wenig Milch hatte und diese auch noch stetig weniger wurde. Somit haben wir nach ca. 3 Wochen das Stillen bzw. die Fütterung mit Muttermilch eingestellt.

Wenn man immer liest, dass Muttermilch das Beste für das Kind ist und wie vehement das auch von manchen verteidigt wird, hat man ja wirklich ein schlechtes Gewissen, wenn es nicht funktioniert. Und vor allem, wenn man dann auch noch für sich denkt, dass man irgendwie froh ist, diesen Stress hinter sich zu lassen. Aber ich muss sagen, dass es uns damit wirklich gut geht. Das Fräulein hat in den ersten Tagen alles bekommen, was es brauchte und wächst und gedeiht nun prächtig. Und mir geht es deutlich besser, da ich mir keine Gedanken mehr machen muss, ob mein Kind satt wird und es auch ohne Schwierigkeiten mal für kurze Zeit abgeben kann.

Familie

8. Monat

Entwicklung des Babys: es wiegt nun etwa 1.800 g. 
Entwicklung bei Mama: in vier Wochen +1,6 kg. Die Symphyse schmerzt weiterhin
In der 30. Woche beginnt der Geburtsvorbereitungskurs. Wir sind 12 Frauen zwischen 24 und 39 Jahren. Die Geburtstermine liegen zwischen Ende Dezember und Ende Januar. Zufällig ist ein Großteil im medizinischen Bereich tätig. Es werden verschiedene Themen, wie z.B. die Geburt, das Stillen und das Wochenbett besprochen und noch Entspannungsübungen durchgeführt. Irgendwie hatte ich erwartet, dass auch mehr auf die Babypflege etc. eingegangen wird, aber das wurde nur ganz peripher angesprochen. 
Zu Beginn des Kurses wurden die Mutterpässe kontrolliert und fast alle Kinder waren noch in einer Beckenendlage. So auch unsere Kleine. Aber sie hätten ja auch noch Zeit, meint die Hebamme. Am Freitag nach dem ersten Kurs fühlt sich mein Bauch plötzlich irgendwie seltsam an. Die Tritte sind nun nicht mehr in der Leistengegend zu spüren, sondern an der Seite. Am Samstag sieht man dann sogar, dass das Baby quer in meinem Bauch liegt. Anscheinend hat es sich nun also doch in die Schädellage gedreht, denn beim nächsten Ultraschall befindet es sich in dieser. Allerdings liegt sowohl das Kind als auch die Gebärmutter ziemlich weit oben, der Fundusstand ist immer noch direkt unter dem Rippenbogen.

Familie

7. Monat

Entwicklung des Babys: es wiegt nun etwa 1.200 g. Auch die dritte Ultraschalluntersuchung ist unauffällig. Aber das Baby ist immer noch verhältnismäßig klein.

Entwicklung bei Mama: in vier Wochen +4,4 kg. Schockierend! Die Gebärmutter sitzt relativ hoch, schon knapp unter dem Rippenbogen.

Der siebte Monat war eigentlich recht unspektakulär. Ich habe mich inzwischen gut an die Schwangerschaft und die veränderten Gegebenheiten gewöhnt. Der Bauch wächst und das Gewicht steigt rasant. Entgegen den Lehrbüchern ist meine Gebärmutter bereits relativ hoch, aber dafür nicht besonders weit nach vorne gewölbt. Das soll auch noch relativ lange so bleiben. Leider bemerke ich Anfang Oktober eine Veränderung, die mich noch sehr lange begleiten soll: ich habe beim Umdrehen im Liegen einen stechenden Schmerz am Schambein, den ich erst einmal nicht einzuordnen weiß. Es stellt sich als Symphysenlockerung heraus. Die hindert mich daran, weiter Zumba zu machen, da ich mich teilweise kaum noch bewegen kann – obwohl es durch Bewegung besser wird. Aber nachdem ich gesessen habe, dauert es erst immer wieder, bis ich vernünftig laufen kann. Sitzen und stehen sind auch zwei „Tätigkeiten“, die nicht förderlich sind, aber was soll ich im Büro schon anderes machen??? Gut, da muss ich dann wohl durch.

Familie

6. Monat

Entwicklung des Babys: es wiegt nun etwa 600 g

Entwicklung bei Mama: in vier Wochen +2,5 kg. Nun startet die Gewichtszunahme. Außerdem wird nun der Bauch auch unübersehbar.

Zu Beginn des sechsten Monats ist der Bauch immer noch nicht direkt als Babybauch zu erkennen. Somit wissen auch immer noch nur wenige Kollegen offiziell bescheid. Allerdings überraschen mich zwei mit der Aussage „ja, das weiß ich schon lange. Sowas sieht man doch.“ Und damit meinten sie eben nicht den wachsenden Bauch…

Mitte des Monats war ich mit meiner Mutter für vier Tage in Berlin. Ich mag Städtereisen, mein Mann überhaupt nicht. Und da ich mir gerne die Ausstellung „El sigle de oro“ in der Gemäldegalerie ansehen wollte, habe ich meine Eltern gefragt, ob sie mitfahren wollten. Mein Vater meinte dann aber, meine Mutter und ich sollten lieber alleine fahren. So haben wir einen Mutter-Tochter-Trip daraus gemacht. Wir sind an einem Montag morgen mit dem Zug aufgebrochen und waren am Mittag in Berlin. Nachdem Check-In im Hotel haben wir uns noch ein wenig in der Stadt umgesehen. Da wir, obwohl es bereits September war, wahnsinnig gutes Wetter hatten, haben wir versucht auch dieses noch zu genießen und außerdem ein wenig Rücksicht auf den kleinen Mitreisenden zu nehmen. Am Dienstag waren wir dann in der Ausstellung und haben nachmittags das KaDeWe unsicher gemacht, aber nichts gekauft… Am Mittwoch waren wir noch im Schloss Charlottenburg und an einigen „Standardsehenswürdigkeiten“ wie den Brandenburger Tor, Reichstag, Unter den Linden usw. Und am Donnerstag mittag ging es dann wieder nach Hause. Mein Bauch hat sich in den vier Tagen allerdings ziemlich entwickelt. Als wir losgefahren sind hatte ich noch normale Klamotten an, die den Bauch gut umspielten. Auf der Rückfahrt war das Schwangerschaftsshirt dann bereits gut ausgefüllt. Und auch der werdende Vater und der werdenden Opa meinten einen starken Unterschied zu sehen.

Und nun wuchs der Bauch in einem rasanten Tempo. Man konnte alle paar Tage einen Zuwachs sehen.

Beim Arzt stand dann noch der Glukosetest an. Diesen haben wir mit Bravour bestanden, obwohl ich mir im Vorfeld einige Gedanken gemacht hatte. Es gibt ja so ein paar Faktoren, die eine Schwangerschaftsdiabetes begünstigen, und da mein Bonuskind Diabetiker ist, weiß ich, was es da „zu beachten“ gibt und das wollte ich möglichst nicht. Aber es war alles gut. Und dass, obwohl meine Hauptnahrung in der Schwangerschaft gefühlt aus Schokolade bestand…

Familie

5. Monat

Entwicklung des Babys: beim zweiten Ultraschall ist alles unauffällig und unser Baby ca. 300 g schwer. 

Entwicklung bei Mama: Der Bauch wächst langsam. Wer es weiß sieht es. Zum Monatsende 6 kg Zunahme.

Der 5. Monat hielt noch einige Festivitäten für uns bereit. Wir waren bei unserem Schützenfest auf dem Thron und hatten somit einige Tage volles Programm. Da der Bauch in dieser Zeit doch einigermaßen sichtbar wurde, war mein größtes Problem, ob mir die extra angefertigten Kleider noch passen würden. Eine Woche vorher habe ich die Kleider probiert. Es waren jeweils Zweiteiler und zum Glück so großzügig geschnitten, dass das Bäuchlein gut verpackt und auch versteckt wurde. Ich wurde mehrfach angesprochen, dass man ja nichts sehen würde. Generell haben wir die Tage gut überstanden, aber ich war auch froh, als ich am dritten Tag „normale“ Kleidung tragen konnte. In meinem Fall hieß das meine erste Umstandsjeans. Ja, ich habe doch wirklich eine passende Jeans bei Vertbaudet gefunden. Allerdings war sie etwas zu lang, obwohl sie für unter 1,65 m Körpergröße sein sollte. Aber gut, das kenne ich ja. Jedenfalls hat sie mich in den Tagen erreicht und begleitet mich seitdem. 

Eine Woche später hatte ich dann meinen 35. Geburtstag. Da das vorherige Wochenende aber so anstrengend war, haben wir es ruhig angehen lassen und nur im engsten Familienkreis gefeiert. 

Seit dem 5. Monat wissen wir auch relativ sicher, was wir bekommen werden. Und somit habe ich auch die ersten vier Teile für unser Baby bestellt. Und die Bewegungen wurden auch immer stärker, aber der Papa konnte sie noch nicht spüren. Irgendwie war es zu diesem Zeitpunkt immer noch sehr surreal.

Familie

4. Monat

Entwicklung des Babys: unser Baby entwickelt sich zeitgerecht, auch wenn es relativ klein und zart erscheint

Entwicklung bei Mama: ich bemerke, dass mein Bauch wächst, aber wirklich sichtbar ist es noch nicht. Bisher habe ich ein Kg zugenommen, bis zum Ende des vierten Monats werden es zwei sein.

Der vierte Monat ist derjenige, indem wir vielen Menschen von der Schwangerschaft erzählt haben. Dadurch hat sich einerseits die Erkenntnis gefestigt, dass es wirklich wahr ist, auf der anderen Seite ist aber auch der „Druck“ verschwunden, es zu verheimlichen. In diesen Wochen habe ich mich auch auf die Suche nach ersten Umstandsteilen gemacht, besonders weite Oberteile, die kaschieren und im Brustbereich nicht spannen, wie alle meine Blusen. Schwieriger wird es mit den Hosen: warum müssen Schwangere Skinny-Jeans tragen? Die passen mir schon nicht-schwanger nicht, also warum nun? Und – sind Schwangere immer über 1,70 m groß oder warum sind die Hosen alle so lang? Am Ende des Monats, als mir meine normalen Jeans langsam enger wurden, war ich schon ziemlich verzweifelt. Ich hatte in diversen Geschäften geschaut, probiert oder online bestellt und nichts passte. Daher wollte ich in die Nachbarstadt fahren, wo es ein Geschäft mit Umstandskleidung geben sollte. Leider hatte ich auf dem Hinweg einen Auffahrunfall. Es hat mich so geschockt, dass mein Liebster kommen musste. Ich war am Zittern und hatte Angst, dass dem Baby, das ich am Morgen noch gesehen hatte, etwas passiert sein könnte. An dem Tag habe ich auch relativ sicher das Geschlecht erfahren. Zum Glück ist alles gut gegangen. Es war nur Blech bzw. Plastik und wir haben uns endlich und spontan zum Kauf eines neuen Autos entschlossen. Eine Reparatur wäre zusammen mit anderen anstehenden Kosten und der erhöhten Versicherung einfach zu teuer geworden. Allerdings gab es eben nicht das von uns favorisierte Modell, aber wir haben eine gute Alternative gefunden.

Neben den ganzen positiven Untersuchungen, habe ich auch im vierten Monat unser Baby zum ersten Mal gespürt. Zuerst war es nur ein undefinierbares „Blubbern“, aber das muss es gewesen sein. Einige Tage später gab es dann ein untrügliches Klopfen. Wir waren in einer Musicalaufführung und irgendwann war des dann wohl etwas zu laut. Da wurde sich dann aber bemerkbar gemacht. Und trotzdem war es immer noch irreal, dass ein kleiner Mensch in meinem Bauch heranwächst.